Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ So lautet der Wochenspruch aus dem Matthäusevangelium (Mt 11,28). Diese Worte Jesu sprechen Menschen seit Jahrhunderten an. Sie richten sich an alle, die Lasten tragen müssen – damals wie heute.

Viele Menschen erleben gegenwärtig eine Zeit großer Belastungen. Die Kosten für Lebensmittel, Energie und Wohnen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Was für manche lediglich eine Einschränkung des gewohnten Lebensstandards bedeutet, stellt andere vor existenzielle Herausforderungen. Familien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner, sowie Menschen mit geringem Einkommen müssen oft jeden Euro mehrfach umdrehen.

Nicht selten kommen zu den finanziellen Sorgen auch Ängste um die Zukunft hinzu. Die Lasten des Alltags können schwer auf den Schultern liegen. Genau in solche Situationen hinein spricht Jesus seine Einladung aus: „Kommt her zu mir.“ Er verspricht keine sofortige Lösung aller Probleme, wohl aber Trost, Nähe und neue Kraft.

Gleichzeitig erinnert uns dieser Wochenspruch daran, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür sind die Tafeln. Tausende Ehrenamtliche engagieren sich Woche für Woche, um Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und Menschen in Not zu unterstützen. Sie schenken nicht nur Brot, Obst oder Gemüse, sondern auch Aufmerksamkeit, Respekt und menschliche Wärme.

Die wachsende Zahl der Menschen, die auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind, zeigt, wie groß die Not in unserer Gesellschaft geworden ist. Zugleich macht das Engagement der Helferinnen und Helfer deutlich, dass Solidarität und Nächstenliebe lebendig sind.

Der Wochenspruch lädt daher in doppelter Weise ein: Belastete Menschen dürfen Trost und Hoffnung bei Christus suchen. Und wir alle sind aufgerufen, füreinander da zu sein, Lasten mitzutragen und denen beizustehen, die Unterstützung benötigen. So wird die Zusage Jesu auch heute konkret erfahrbar.

Ihr Franz Sauerteig, Diakon i.R.

franz.sauerteig@gmail.com

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